Lachen ist gesund

Erstausstrahlung am Samstag, 20.11.2004  um 17:25  im RBB-Fernsehen


Mitten in der U-Bahn. Die ĂŒbliche Stimmung aus TrĂ€gheit, Desinteresse, Gereiztheit. Plötzlich fĂ€ngt eine Frau zu kichern und zu glucksen an. Ihr Lachen steigert sich, andere fallen ein, wiehern, prusten los, können nicht mehr an sich halten. Schließlich grölt der ganze Wagen. Niemand weiß, warum gelacht wird. Doch alle spĂŒren die stimulierende und beglĂŒÂ­ckende Wirkung des GelĂ€chters. – Eine spontane Aktion des Berliner Lach-Chors “Krumm und Schief“...
Lachen ist ansteckend. Ein herzlich lachender Mensch strahlt Optimismus aus und verbreitet eine gelöste, fröhliche AtmosphĂ€re. Doch Lachen, so meint man gemeinhin, braucht einen Grund: eine komische Situation, einen Witz, einen Ă€ußeren Anlass, auf den wir mit Lachen reagieren. Das stimmt nicht, sagen die Lachtherapeuten: Wir können lernen, nicht nur ĂŒber, sondern fĂŒr etwas zu lachen: fĂŒr  das eigene Wohlbefinden,  fĂŒr die AtmosphĂ€re zu Hause, fĂŒrs Betriebsklima,  fĂŒr ... viele andere Situationen!

Lachen auf Befehl? Vielleicht sogar wenn einem eher zum Heulen zumute ist? Kann das funktionieren? Lachtherapeuten sagen ja. Mit einfachen Übungen bringen sie ganze SĂ€le zum Wiehern, ohne auch nur einen einzigen Witz erzĂ€hlt zu haben.

Sie nutzen Methoden des indischen Arztes Manda Kataria. Mitte der neunziger Jahre hat er in Bombay eine Form der Lachtherapie entwickelt, die auf Yoga-Übungen auf­baut und heute weite Teile der Welt erobert.

Dass Lachen gesund ist, „die beste Medizin“, weiß nicht nur der Volksmund. Auch die Wissenschaft kann das bestĂ€tigen. Die Zunft der „Gelotologen“ (von gr. gelos = Lachen) hat herausgefunden, dass beim Lachen die Zahl der Stresshormone im Blut deutlich abnimmt. Schmerzlindernde und das WohlgefĂŒhl steigernde Hormone kommen stattdessen zur Wirkung. Das Immunsystem wird gestĂ€rkt, und vieles mehr. Zwei Minuten Lachen sind so effektiv wie zehn Minuten joggen, heißt es. Auf die Anspannung wĂ€hrend eines Lachanfalls folgt eine tiefe, gesundheitsfördernde Entspannung.

Patch Adams hat die Klinik-Clowns populĂ€r gemacht, auch in Berlin sind sie in Kinder-KrankenhĂ€usern und Altenheimen unterwegs. 

Schon schicken Firmen ihre Mitarbeiter zu Lachseminaren. Denn fröhliche Mitarbeiter leisten mehr, kommen auf bessere und unkonventionellere Idee und sind seltener krank.

Lachen ist in. In der Spaßgesellschaft boomen Comedy-Programme. In manchen Fernsehprogrammen kann man sich den ganzen Abend von mehr oder weniger gelungenen Gags ĂŒberfluten lassen. Auch auf vielen BĂŒhnen sind schnelle Lacher und Klamauk gefragt. Doch es ist noch nicht so lange her, da konnte man wegen humorvoller Lieder sogar ins GefĂ€ngnis kommen.

Diese Erfahrung hat der Liedermacher und Psychoanalytiker Karl-Heinz Bomberg zu DDR Zeiten machen mĂŒssen.

Ist es Zufall, dass die neue Lachbewegung gerade in Zeiten wirtschaftlicher Talfahrt und steigender Arbeitslosigkeit boomt?  Wo es manchmal wirklich nichts mehr zu lachen gibt, soll GelĂ€chter da verdrĂ€ngen helfen? – Humor und Lachen schaffen jedenfalls Distanz, sagen die Lachtherapeuten. Und Distanz macht Probleme kleiner, weniger bedrohlich. Depres­sive Stimmung bremst die HandlungsfĂ€higkeit. Wenn einer „trotzdem“ lacht, hellt sich die Stimmung auf, kommt er eher in die Lage, Kontakte aufzubauen, etwas zu unternehmen. Gerade in schwierigen Situationen kann Lachen oft eine große Hilfe sein:  Es entspannt die AtmosphĂ€re. Man kann wieder aufatmen. Vieles wird leichter und ertrĂ€glicher. Die Lebensgeister kehren wieder und mit ihnen Mut, Freude, Optimismus.

www.clik-berlin.de
www.rotenasen.de

www.lachinstitut-berlin.de

 

Wiederholungstermine:

Februar 2005 im RBB

 

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